Häufiges Wasserlassen ▷ Ursachen und was man dagegen tun kann

Für einen starken Harndrang scheint es zunächst eine einfache Erklärung zu geben: hohe Trinkmengen oder Getränke, die das Wasserlassen bestärken – wie insbesondere Kaffe oder Alkohol. Wer aber nicht nur hin und wieder, sondern regelmäßig jeden Tag einen verstärkten Harndrang verspürt, wird sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden geben. Tatsächlich gibt es für häufiges Wasserlassen unterschiedliche Ursachen – aber auch Therapiemethoden und Hilfsmittel, die das unangenehme Leiden erträglicher machen.

Häufiges Wasserlassen
Ein häufiges Wasserlassen ist in der Regel ein vorübergehendes Phänomen und kann schnell behoben werden…

Häufiges Wasserlassen aus medizinischer Sicht

Ein ständiger Harndrang in Folge einer krankhaft erhöhten Harnproduktion wird in der Medizin als Polyurie bezeichnet. Von dieser spricht man immer dann, wenn man in einem Zeitraum von 24 Stunden mehr als 4 bis 5 Liter Urin bei zumeist gleichzeitig starkem Harndrang ausscheidet. Der Urin der Betroffenen ist dabei sehr hell oder sogar farblos. Zudem wird die Polyurie regelmäßig von starkem Durst begleitet.

Ursachen für ständiges Wasserlassen

Zu den häufigsten Ursachen für krankhaftes, häufiges Wasserlassen im Sinne einer Polyurie zählen

  • Die Einnahme von entwässernden Medikamenten (Diuretika)
  • Stress
  • Psychische Störungen, die ein starkes Durstgefühl auslösen (Psychogene Polydipsie)
  • Diabetes Mellitus
  • Hormonumstellungen insbesondere in der Schwangerschaft
  • Niereninsuffizienz
  • Reizblase.

Damit gibt es eine Reihe von Ursachen für häufigen Harndrang. Diese lassen sich nur bedingt selbst feststellen, weshalb man bei entsprechenden Symptomen, die über längere Zeit anhalten, unbedingt einen Arzt konsultieren sollte. Je länger eine Polyurie unbehandelt bleibt, desto größer ist die Gefahr einer Verschlimmerung möglicher Grunderkrankungen wie der Niereninsuffizienz sowie sowie die Entstehung einer chronischen Blasenschwäche. Eine solche ist für Betroffene im Alltag meist noch sehr viel belastender.

Einfache Behandlungsansätze – die Ursachensuche

Tritt das häufige Wasserlassen beispielsweise im Rahmen einer Schwangerschaft oder einem bereits festgestellten Diabetes auf, muss regelmäßig keine Ursachensuche mehr betrieben werden. Vor allem bei Diabtetes sollte jedoch überprüft werden, ob die Krankheit medikamentös richtig eingestellt ist.

Auch bei der Einnahme von Diuretika kann die Ursache schnell gefunden werden bleibt das häufige Wasserlassen auch nach Absetzen der Medikamente jedoch bestehen, ist eine weitere Ursachenerforschung im besten Fall durch einen Facharzt angezeigt. Wer schließlich gerade Prüfungsstress oder andere psychisch belastende Situation zu meistern hat, kann auch hier die Ursache möglicherweise selbst feststellen.

Bei starken Kaffeetrinkern könnte das Einschränken des Kaffeekonsums ebenfalls erste Hinweise auf ein krankhaftes häufiges Wasserlassen liefern. Ist die Ursache jedoch weiterhin nicht einfach auszumachen und kommen gegebenenfalls weitere körperliche Symptome hinzu, sollte man umgehend einen Facharzt aufsuchen.

Polyurie bei einer Reizblase

Sobald die Ursachensuche bei häufigem Harndrang keine Hinweise auf die typischen Grunderkrankungen geliefert hat, wird man nicht selten mit der Diagnose einer Reizblase konfrontiert. Bei dieser kommt es oft zusätzlich zu Schmerzen im Unterleib, was für Betroffene sehr belastend sein kann. Sie ist häufig das Ergebnis von Hormonschwankungen oder Entzündungen und kann ebenfalls chronisch werden. Hier empfiehlt sich eine Durchspülung der Harnwege durch hohe Trinkmengen bei gleichzeitigem Verzehr harntreibener Getränke und Lebensmittel (Kräutertees, Spargel, Reis).

Beckenbodentraining bei starkem Harndrang

Vor allem bei der Reizblase wird gezieltes Beckenbodentraining empfohlen, um die Blase und die Harnwege zu stabilisieren. Vor allem nach Geburten, aber auch mit zunehmendem Alter ist der Beckenboden bei Frauen und Männern – durch eine vergrößerte Prostata – oftmals schwach und kann die Blase und Harnwege nicht mehr richtig stabilisieren. Auch dann kann es zu häufigem Wasserlassen kommen. I

Insbesondere dann, wenn mit dem häufigen Harndrang bereits auch einige Urintropfen unkontrolliert abgehen, empfiehlt sich ein Beckenbodentraining sowie das Trainieren des Schließmuskels durch bewusstes Anspannen und Entspannen.

Hilfsmittel bei häufigem Wasserlassen

Toilettenstuhl als Hilfsmittel bei Häufigem WasserlassenWer häufig Wasser lassen muss, kann sicher sein, dass er mit diesem Problem nicht allein ist – nur die wenigsten Betroffenen sprechen jedoch offen über ihre Beschwerden. Nicht zuletzt wegen der Vielzahl von Patienten mit Blasenproblemen sind inzwischen auch diverse Hilfsmittel, die den Umgang mit den belastenden Symptomen erleichtern, verfügbar. Auch eine “Seniorenwindel” kann in der Nacht oder unterwegs Abhilfe schaffen, wenn der Harndrang zu stark ausgeprägt und in Richtung Inkontinenz geht.

So gibt es inzwischen sowohl für Männer, als auch für Frauen besondere Vorlagen in den unterschiedlichsten Größen und Stärken, die unkontrolliert abgehenden Urin auffangen. Diese sind in Apotheken, Drogerien oder auch Sanitätshäusern erhältlich und helfen bei häufigem Wasserlassen vor allem dann, wenn die nächste Toilette nicht schnell genug erreichbar ist.

Dieses Problem stellt sich für viele Betroffene schließlich vor allem auch in der Nacht. Hier kann ein Toilettenstuhl bzw. Nachtstuhl, der direkt neben dem Bett platziert wird, helfen, um einem plötzlichen Harndrang schnell nachzugeben und damit etwaige Ungeschicke zu vermeiden. Gerade für ältere Menschen ist ein Toilettenstuhl eine Wohltat, da ein unangenehmer Weg bis zur Toilette und wieder zurück unangenehm sein kann. 

In diesem Video wird die Frage geklärt, ab wann häufiges Wasserlassen zu häufig ist:

Häufige Fragen zu häufigem Wasserlassen

Was bedeutet häufiger Harndrang?

Häufiger Harndrang kann unterschiedliche Ursachen besitzen. Diese gehen vom zu starken Kaffeekonsum über psychischen Stress (einschließlich Reizblase) bis hin zu Krankheiten wie Diabetes Mellitus, Niereninsuffizienz oder Diuretika.

Ist häufiges Wasserlassen gesund?

Ein etwas ausgeprägterer häufigem Harndrang ist in der Regel unbedenklich. Solange keine weiteren Symptome wie Schmerzen, Blutungen oder Fieber das vermehrte Wasserlassen begleiten, ist laut Medizinern alles normal.

Wie häufig urinieren ist normal?

Die von Medizinern empfohlene Einnahme von 2 Litern Flüssigkeit am Tag, bedingt, dass wir pro Tag mindestens 4-5 Mal Wasserlassen müssen.

Kann Harndrang psychisch bedingt sein?

In der Tat können psychische Ursachen hinter häufigem Wasserlassen stecken. Diesem Stress kann daher Entspannung wunderbar entgegen wirken.

Was kann tun bei häufigem Harndrang?

Zunächst gilt es die Ursache zu klären. Entspannung, weniger Kaffeekonsum oder auch Blasentraining können u.a. das Problem beheben.

Fazit

Häufiges Wasserlassen kann für Betroffene im Alltag zu einer echten Herausforderung werden. Sobald man jedoch die Ursache erkannt hat, lässt sich diesem Problem häufig schnell beikommen. Das Identifizieren der Ursache ist zudem extrem wichtig, um etwaige schwere Grunderkrankungen festzustellen.

Sind solche jedoch auszuschließen und kann das Problem nicht durch Absetzen bestimmter Medikamente oder durch Anpassen des Ess- und Trinkverhaltens begegnet werden, ist es empfehlenswert, sich den Alltag durch besondere Hilfsmittel wie Vorlagen oder einen Toilettenstuhl zu erleichtern.

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