Nächtlicher Harndrang ▷ Ursachen und Hilfe bei Nykturie

Letztes Update: 29. Juni 2022

Die Nykturie bezeichnet einen Zustand, bei dem Betroffene mehrmals pro Nacht die Toilette aufsuchen. Durch das ständige Aufstehen wird der Schlafrhythmus unterbrochen, was die Lebensqualität im Laufe der Zeit beeinträchtigt. Vor allem bei Menschen in höherem Alter kommt nächtlicher Harndrang öfter vor.

Das Problem besteht vor allem darin, dass dieses Symptom als typische Alterserscheinung abgetan wird. Allerdings kann die Nykturie auch als Symptom für andere Erkrankungen in Erscheinung treten, und sollte auf jeden Fall von einem Arzt abgeklärt werden.

Nächtlicher Harndrang

Nächtlicher Harndrang = Nykturie?

Wer am Abend viel getrunken hat, wird sich nicht wundern, wenn er nachts öfter zur Toilette muss. Wenn dies aber zu einem Dauerzustand wird, der noch dazu den Schlafrhythmus weitgehend beeinflusst, ist von einer Nykturie auszugehen. Die Nykturie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Toilette in der Nacht zweimal oder mehrfach aufgesucht wird, obwohl dies nicht auf die Trinkmengen zurückzuführen ist.

Welche Komplikationen können mit der Nykturie einhergehen?

Bei der Nykturie handelt es sich um ein Phänomen, das meist mit dem Alter einhergeht. Da die Toilette nachts mehrmals aufgesucht werden muss, wird der Schlafrhythmus gestört, die nächtlichen Erholungsphasen werden massiv beeinträchtigt. Die Betroffenen geben bereits nach kurzer Zeit eine eingeschränkte Lebensqualität an. Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit werden tagsüber als Begleiterscheinung der Nykturie genannt. Im schlimmsten Fall kann eine unbehandelte Nykturie auch Depressionen bei den Betroffenen auslösen.

Außerdem muss bedacht werden, dass nächtliche Gänge auf die Toilette die Sturzgefahr erhöhen. Vor allem ältere Menschen sind nachts in ihrer Gangsicherheit beeinträchtigt. Sei es aufgrund des Alters oder aufgrund von Medikamenten – wenn ältere Menschen mehrmals nachts auf die Toilette gehen müssen, kann dies mit Stürzen und Verletzungen einhergehen. Das ist auch der Grund, weswegen eine Nykturie nicht stillschweigend hingenommen, sondern von einem Arzt des Vertrauens abgeklärt werden sollte.

Was hilft gegen Nykturie?

Sobald die Nykturie diagnostiziert wurde, sollte eine angepasste Behandlung das Symptom bereits lindern. Neben der medizinischen Behandlung können Betroffene auch selbst Tipps und Tricks ausprobieren, um die Nykturie in den Griff zu bekommen:

  • Vor dem Schlafengehen sollten Alkohol und Kaffee weitgehend vermieden werden.
  • Große Trinkmengen sollten vor dem Schlafengehen auf jeden Fall vermieden werden.
  • Es wird angenommen, dass die Zufuhr von Nahrungsmitteln vor dem Schlafengehen die Nykturie beeinflussen.
  • Vor dem Schlafengehen sollten die Betroffenen nochmals zur Toilette gehen.
  • Wer geschwollene Beine hat, kann der Nykturie ebenfalls einen Riegel vorschieben. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen und das Hochlagern der Beine kann die nächtlichen Gänge zur Toilette reduzieren.
  • Schlafstörungen können unterschiedliche Ursachen haben. Oftmals geht die Nykturie auch mit einer bestehenden Schlafstörung einher, und ist nicht ihre Ursache. Wer den Grund für die Schlafstörungen klärt und diesen behandelt, wird die Nykturie reduzieren.
  • Inkontinenzprodukte können ein sicheres Schlafgefühl mit sich bringen. Auch ein Toilettenstuhl in nächster Nähe vom Bett kann eine Lösung sein.

In dem folgenden Video werden weitere Tipps gegeben wie nächtlicher Harndrang behandelt werden kann:

Wer kann von Harndrang nachts betroffen sein?

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass vor allem Menschen über 60 Jahre an diesem Symptom leiden. Rund 70 Prozent der Betroffenen weisen ein Alter von 60 Jahren oder mehr auf. Wer dachte, dass jungen Menschen dieses Symptom nicht widerfahren kann, irrt sich. Studien haben gezeigt, dass auch die Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren von diesem Symptom nicht verschont bleibt. Etwa jeder Fünfte leidet in dieser Altersgruppe unter der Nykturie. Frauen sind häufiger von diesem Symptom betroffen als Männer.

Die Ursachen von nächtlichem Harndrang

Nächtlicher Harndrang Ursachen

Die Nykturie stellt laut netdoktor.de keine eigenständige Erkrankung dar. Hierbei handelt es sich um ein Symptom, das bei unterschiedlichen Erkrankungen in Erscheinung treten kann. Deswegen gilt es bei der Nykturie stets einen weiten Blick auf den gesundheitlichen Zustand des Patienten zu werfen.
Grundsätzlich können zwei Ursachen für die Nykturie genannt werden:

  1. Polyurie: Der Körper produziert zu große Harnmengen.
  2. Urologische Ursachen

Die Polyurie

Die Polyurie ist ebenfalls ein Symptom, das durch andere Erkrankungen begründet wird. Hier gilt es eine umfassende Diagnostik beim Patienten durchzuführen:

  • Herzschwäche
  • Diabetes Mellitus
  • Die Nierenfunktion ist eingeschränkt
  • OSAS (Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom)
  • Ein Mangel an ADH (Antidiuretisches Hormon)
  • Entwässernde Medikamente werden eingenommen

Urologische Ursachen

Vor allem im Alter können urologische Erkrankungen auftreten. Männer sind ebenso betroffen, wie Frauen. In diesem Fall ist vor allem die Abklärung durch einen Urologen oder einen Gynäkologen angeraten:

  • Die gutartige Vergrößerung der Prostata
  • Die bösartige Vergrößerung der Prostata
  • Fehlsteuerung der Blase oder des Blasenmuskels (tritt vor allem bei Frauen auf)
  • Infekte bei Harnwegsinfekten im unteren Harnwegsbereich
  • Die Blasenkapazität ist eingeschränkt

Wie wird nächtlicher Harndrang diagnostiziert?

Wer nachts zwei- oder mehrmals den Weg zur Toilette aufsucht, sollte einen Arzt des Vertrauens konsultieren. Nicht nur, dass die Nykturie sich negativ auf die Lebensqualität auswirken kann. Zusätzlich kann sie ein Symptom für eine bisher noch unentdeckte Erkrankung darstellen.

In erster Linie sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Nicht immer wird der Weg zum Urologen zwingend erforderlich sein. Die Nykturie kann auch auf Krankheiten beruhen, die internistischer Natur sind.

Um die Nykturie aufdecken und diagnostizieren zu können, werden Betroffene anhand eines Erstgesprächs befragt. So können die Beschwerden und die Krankengeschichte erhoben werden. In weiterer Folge wird ein Trink- und Ausscheidungstagebuch zu führen sein. Die Aufzeichnungen über Trinkmengen und nächtliche Toilettengänge geben dem Arzt bereits Aufschluss über eine bestehende Nykturie.

Je nach Ursache wird der behandelnde Arzt weitere Abklärungen durch Kardiologen, Urologen oder Gynäkologen in Betracht ziehen.

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